

Antisemitismus ist kein Randgruppen- oder Minderheitenphänomen, sondern funktioniert herkunfts- und schichtenübergreifend. Gleichzeitig bringt die Migrationsgesellschaft mit ihren vielfältigen Identitäts- und Geschichtsbezügen neue Spannungsfelder mit sich. Soweit herrscht Einigkeit – in der Wissenschaft wie in der Bildungspraxis. Wie sich diese Spannungsfelder jedoch konkret gestalten und wo und wie Pädagogik sinnvoll ansetzen kann, wird kontrovers diskutiert.
Nachdem die erste Tagung dieser Reihe den „Bildungsraum Lebenswelt“ im Fokus hatte, stand nun die Frage nach alltagskulturellen Aspekten im Mittelpunkt. Im engen Austausch von Wissenschaft und Bildungspraxis wurden Schnittstellen von Alltagskulturen und Antisemitismus analysiert und die Potenziale präventiv-pädagogischer Konzepte diskutiert: Was bedeutet Alltagskultur in der Migrationsgesellschaft? Ist Antisemitismus ein prägender Bestandteil? Welche Rolle spielen dabei Medien, Sport, Musik, Geschichtsbezüge und Erinnerungskulturen? Und wie können pädagogische Zugänge aussehen, die unterschiedliche Lebensrealitäten wahr- und ernstnehmen?
Die Tagung "Bildungsansatz Alltagskultur" war der zweite Teil der Reihe "Blickwinkel. Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft". Für Herbst 2012 ist eine weitere Veranstaltung in Köln geplant.