"Zusammen Leben - Einwanderung in Frankfurt", Laufzeit 2007 - 2010

Das Hauptziel des Projektes war die Entwicklung und Durchführung attraktiver pädagogischer Angebote für Jugendliche rund um die Gestaltung und Herausforderungen des "Zusammenlebens". Insgesamt konnten wir Projekttage sowie Projektwoche mit über 750 Teilnehmer/-innen (Jugendliche und Multiplikator/-innen) verwirklichen. Zentral waren für uns dabei folgende Ziele:

  • die Auseinandersetzung mit gesellschaftlicher Ungleichheit und Diskriminierung;
  • die Vermittlung von Kenntnissen über Mechanismen der Ausgrenzung und Stärkung von Widerstand (Empowerment von Jugendlichen);
  • die Stärkung gesellschaftlicher Partizipation;
  • das Erkennen der Bedeutung von Einwanderung für die Stadt Frankfurt;
  • die Auseinandersetzung mit Prinzipien der Menschenrechte;
  • die Prävention von demokratiefeindlichen Ansichten wie Rechtsextremismus, Antisemitismus, Antiislamismus etc.

Als Abschluss des Projektes fand im April 2010 eine Tagung unter dem Titel "Verwirklichen oder Vermitteln? - Möglichkeiten der Menschenrechtsbildung als Bestandteil einer Pädagogik gegen Rassismus und Diskriminierung in der Einwanderungsgesellschaft" statt. Hierbei hatten wir die Möglichkeit die gewonnenen Erkenntnisse, Fragen und Schwierigkeiten, dich sich im Rahmen des Projektes ergeben hatten, vorzustellen und zu diskutieren. Im Rahmen der 2-tägigen Tagung bestand für Praktiker_innen und Bildner_innen im Menschenrechtsbildungsbereich die Möglichkeit einen Einblick in den gegenwärtigen wissenschaftlichen Diskurs zu den Tagungsthemen zu erlangen, Praxiserfahrungen in der pädagogischen Arbeit auszutauschen, konkrete Bildungskonzepte kennenzulernen und Konsequenzen für die Menschenrechtsbildung unter dem Stichwort "Verwirklichen UND Vermitteln!" zu konstatieren.

Ermöglicht haben dieses Projekt Aktion Mensch, die Gemeinnützige Hertie Stiftung, das Amt für multikulturelle Angelegenheiten der Stadt Frankfurt am Main und das Historische Museum Frankfurt.


Frankfurt als Stadt der Einwanderer

Das Thema Einwanderung ist zurzeit in aller Munde. Oft wird davon ausgegangen, dass es sich dabei um ein relativ neues Phänomen handelt. Das Projekt "Frankfurt. Stadt der Einwanderer" zeigte auf, dass es Einwanderung schon seit Gründung der Stadt gibt und ein wichtiger Bestandteil des Lebens in Frankfurt ist.

Vor dem Hintergrund der spezifischen Interessen und Probleme des schulischen Lernortes boten wir einen Kurs an, der drei Ziele verfolgte: 

  • Die historisch-politische Bildung als ein wichtiges Mittel gesellschaftlicher Integration zu stärken. 
  • Die große Bedeutung der Migration für die Entwicklung Frankfurts seit dem Beginn der Stadtgeschichte sichtbar zu machen. 
  • Die Attraktivität historischer und kultureller Einrichtungen als einen wichtigen Ort der Identitätsfindung an Schülerinnen und Schüler zu vermitteln.

Unser Team entwickelte Module, die mithilfe von jugendgerecht aufbereiteten historischem und biografischem Material die Familiengeschichte der Franks in Frankfurt sichtbar machten. Wesentliche gesellschaftliche und politische Veränderungen in den Bereichen Mobilität, Geschlecht, Status, Lebensumfeld und Religion wurden durch das Erleben der historischen Figuren illustriert. Damit woltlen wir zu unterschiedlichen Diskussionen anregen: Wie erhielt man eigentlich das Bürgerrecht? Wie konnten sich die Menschen integrieren? Was haben Menschen früher unternommen, um sich gegen Ausgrenzung zu wehren und wie haben sie das Zusammenleben in der Stadt mitgestaltet? Aus welchen Gründen verließ man sein Zuhause?